Interview in Wedding.
7 04 2011

Nachdem wir mit der U-Bahn in Wedding angekomen sind, wollten wir ein paar Leute befragen, für unser Fragebogen. Wir haben aber einige Problemen gehabtt: viele Leute waren Ausländer, wohnten erst seit kurzen Zeit in Berlin, oder hatten einfach keine Zeit. Das hat uns aber nicht entmutigt!
Nach einigen Misserfolgen schlug uns eine nette Dame vor, mit ihr in ihr Büro (ein Bestattungsinstitut) zu kommen, wo sie uns gerne die Fragen beantwortet hat. Das Interview mit ihr war auch das interessanteste, und aussagekräftigste. So erzählte uns Frau Schmiel, dass ihre Familie schon seit Genarationen in Berlin lebte. Sie war aber war auch glücklich gewesen, dass ihre Familie nicht durch die Mauer getrennt wurde. « Das hatte eben der Zufall entschieden », sagte sie. Frau Zimmermann, hatte aber nicht so viel Glück, denn sie wurde durch die Mauer von ihren Eltern getrennt. Sie wohnte im Westen, und ihre Mutter wohnte im Osten. Sie versuchte aber die Situation zu relativieren: « Na ja, es war eben so », sagte sie.
Die Frage, ob nach der Mauerfall viele Ostdeutschen nach Wedding gezogen seien verneinte Frau Schmiel. Allerdings, bermerkte mann deutlich, dass sehr viele Ostdeutsch tagsüber nach Wedding kamen, um diesen Teil der Stadt zu besichtigen. Der Zeit der Kunden in den Westläden nahm enorm zu, denn sie brauchten neue Möbel oder wollten ein Auto, so wie ein Fernseher kaufen. Dabei waren die StraBe verstopft, da sich nun viel mehr Leute ein Auto leisten konnten.
Auch erzählte sie, dass sie selbst den Osten häufiger besuchte. Sie war von den vielen Museen und schönen Plätzen beeindruckt. Ein Mann sagte uns, er ging einfach rüber, um Freunde zu besuchen.
Was die Kultur anbelangt, bemerkte sie, dass man im Westen mehr reisen und erleben konnte. Dagegen, gab es im Osten weniger Freiheiten, aber es gab Möglichkeiten, sich zu kultivieren, denn das Theater oder Büchern waren billiger als im Westen.
Die Gestaltung des Viertels hat sich nicht sehr verändert, sagte sie. Im Westen wurde allgemeine viele Bürogebäude aufgebaut, während im Osten, viele renoviert wurden. Die schöne Gestaltung des Ostens hat nähmlich auch von der finanziellen Unterstützung des Westens profitiert, meinte sie, da viele zerstörte oder alte Gebäude saniert werden konnten.
Dadurch bildete sich am manchen Orten eine Solidarität zwichen beiden Parteien, auch wenn manche Leute, auf Ostberliner schimpften. In der Tat, mussten jetzt die Westberliner die Arbeitzplätze mit den Ostdeutschen teilen. Dazu wurden die Löhne ein bisschen gekürzt. Das gefiel also manchen nicht: ihr « Paradis » war vorbei.
Am Ende, erzählte sie uns wie sie den Mauerfall erlebt hatte. Das hat uns, besonders interessiert: es war sehr bewegend, anschaulich zu sehen, was an diesem Tag geschah. Sie war damals ungefähr 30 Jahre alt. Sie hatte mittbekommen, dass im Osten Leute demonstrierten und dass das Regim schwach war. Doch sie hatten vor einen militärischen Angriff Angst und hatte nie gedacht, dass eine Wiedervereinigung einmal möglich wäre. Sie sagt uns, sie war am Bügeln, als sie Radio hörte: Da wurde die Nachricht vom Mauerfall verbreitet. Sie hörte aber nicht richtig, und war nicht bei der Sache. Am nächsten Morgen, war sie ganz überrascht. Eigentlich, hätte sie nie gedacht, dass sich die Lage so schnell verändert könnte.
Das Interview mit Frau Schmiel war besonders interessant, und hat uns wirklich gerührt!
berlin2011df
Catégories : 7 avril 2011
