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Die Skatspieler, Otto Dix, 1920 (3°1/3°2 germanistes)

Otto Dix Les joueurs de skat

 

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Öl und Collage auf Leinwand,
110 x 87 cm

Neue Nationalgalerie, Berlin

I) Entstehung des Bildes

Dieses Bild gehört zu einer Serie von 4 Bildern, in denen Dix in den Monaten März bis Juni 1920 Kriegskrüppel malte. Die anderen Bilder sind die Prager Stra?e, der Streichholzhändler und die Barrikade.

Als Dix 1920 Kriegsinvaliden in der Prager Stra?e sah, erlebte er einen Schock. So entstand diese Serie von vier Bildern, die Kriegsinvaliden zeigen. In diesen Bildern drückte Otto Dix seinen Schock aus und denunzierte zugleich das Grauen des Krieges und dessen Konsequenzen.

Der Ausgangspunkt für das Bild “die Skatspieler” ist eine Szene, die Dix beobachtet hat: Im Hinterzimmer eines Dresdner Kaffeehauses hatte Dix drei kartenspielende Krüppel gesehen. In diesem Kontext enstand das Bild, das wir jetzt beschreiben wollen.

II) Beschreibung des Bildes

In diesem Bild sehen wir drei grotesk verkrüppelte Männer. Sie sitzen beim Kartenspiel in einem Kaffeehaus. Dix malt diese drei Figuren mit Ölfarben. Die Spielkarten, die Zeitungsausschnitte und sogar die Textilien werden vom Künstler in das Bild hinein geklebt. Es ist eine Collage.

a) Im Vordergrund sehen wir drei ehemalige Offiziere in zivilen Klamotten, die Karten spielen. Diese Männer sind im ersten Weltkrieg schwer verletzt worden. Sie sind verkrüppelt.

– Der Mann links hat kein Auge und hat anstelle des Ohres einen Schlauch. Er hält die Karten mit dem rechten Fuß, weil er keine Arme mehr hat. Sein Gesicht ist schwer verletzt worden.

– Der Mann in der Mitte hat keine Arme und keine Beine mehr, deshalb spielt er mit dem Mund seine Karten aus. Sein Schädel wurde skalpiert und unter seiner Schädeldecke erkennt man erotische Phantasien. Sein Glasauge scheint viel grö?er als das gesunde Auge. Er hat einen metallischen Kiefer.

– Der Mann rechts hat seine Nase, seinen Unterkiefer und seine Beine im Krieg verloren. Mit der rechten eisernen Hand spielt er Karten. Ihm wurde das eiserne Kreuz verliehen.

Der Maler hat sich mit seinem Passfoto  im Kopf der rechten Figur selbst verspottet: « Unterkiefer: Prothese Marke: Dix. Nur echt mit dem Bild des Erfinders. »

b) Im Hintergrundsehen wir einen Fächer mit den eingeklebten Tageszeitungen: « Dresdner Anzeiger » – « Dresdner Neueste Nachrichten » – « Berliner Tagblatt »- Die Zeitungen sind ein direkter Hinweis auf die Nachkriegszeit, die Dix schildern will.

Wir sehen auch einen gu?eisernen Ständer ohne Kleider. Die metallischen Haken des Ständers gleichen dem Sockel, auf dem der rechte Spieler sitzt.

Die Gaslampe wirft eine wei?e Leuchtfarbe auf diese Szene. Man kann einen Totenkopf erkennen.

c) Farbtöne: In diesem Bild herrschen vor allem dunkle Farben. Nur die Gesichter sind in anderen Farbtönen. Die rosafarbigen, roten Farben deuten auf das das Rot des Fleisches und des Blutes hin.

Das Zusammenspiel zwischen Licht und Schatten lenkt den Blick auf die Verstümmelungen der drei Gesichter.

III) Interpretation

 

a) Eine realistische und groteske Darstellung.

Dix hatte einen Soldaten mit Gesichtstransplantation auf einem Foto gesehen. Er nutzte dieses Foto als Hilfsmittel für seine Arbeit. Deshalb ist die Darstellung der drei Kriegsinvaliden der Wirklichkeit sehr nah. Aber Dix erhöht sie zu einem grotesken, grausigen Bild, um die Absurdität der Nachkriegsmisere zu denunzieren.

Die zahlreichen Verstümmelungen zeigen das Grauen des Krieges. Man erkennt auch die Bemühungen der Ärzte, die Körper durch Prothesen wieder herzustellen. Aber es ist ihnen nicht gelungen: die Krüppel sind keine Menschen mehr, sie sind Materialhalbmenschen.

  • Sie sind Menschen, weil sie in einem Café Karten spielen. Ihre Kleider, ihre Frisur, sind gepflegt.
  • Aber sie sind keine Menschen mehr, weil ihnen Hände oder Beine fehlen. Sie spielen mit dem Mund oder mit den Fu?, als wären sie Affen oder Marionetten.

Diese Unmenschlichkeit wird von den Objekten um sie herum wiedergegeben. Der gu?eiserne Ständer ist leer, ohne Kleider. Die metallischen Haken des Ständers gleichen dem Sockel, auf dem der rechte Spieler sitzt. Die künstlichen Beine der amputierten Männer bilden Linien die sich mit den Stuhlbeinen verschmelzen.

b) eine kritische Darstellung

Diese Krüppel stehen für die ganze Misere der Nachkriegszeit. Das eiserne Kreuz erscheint hier als lächerliche Belohnung: was hilft eine Dekoration, wenn man kein Mensch mehr ist, wenn man nicht mehr arbeiten kann, wenn man sich in einem dunklen Zimmer verstecken muss?

Hier denunziert Dix den Patriotismus der Nachkriegszeit. Die Soldaten sind keine Helden sondern Opfer. Sie sind zum Tode verurteilt (man sieht einen Totenkopf im Licht der Gaslampe), obwohl sie den Krieg überlebt haben. Das Leben als Krüppel, als Überlebender, als Au?enseiter ist kein menschliches Leben.

IV) Schlu?folgerung

Die Krüppel sind die Außenseiter der Nachkriegsgesellschaft, sie sind ausgegrenzt – und trotz alledem spielen sie weiter Karten. Hier ist vielleicht in diesem Überlebenswillen der Skatspieler ein bisschen Hoffnung.

« Für mich ist Kunst Bannung » schrieb Otto Dix. Durch die Kunst will er das Hä?liche, das Schreckliche des Lebens bannen.


Publié par duhamel le 2 décembre 2013 dans 3ème,Epreuve orale au Brevet Juin 2016
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